Die Punkte einfach weggeworfen

1. Spieltag: FC Al-Kauthar – FSV Hansa 07 3:2 (0:2)

Es muss um die 60. Minute rum gewesen sein. Da führte Hansa klar mit 2:0 und zeigte einen Angriff der Extraklasse: Über mehrere Stationen lief der Ball mit einer Ballberührung, schließlich brachte Julius Büchner denn Ball präzise in die Mitte, wo Johannes Immler denn Ball leider knapp am Tor vorbei köpfte. Ja, irgendwo da um die 60. Minute setzte sich bei Hansa langsam das Gefühl fest, dass man das Spiel wohl nicht mehr aus der Hand geben würde. Leider trog das Gefühl. Und zwar kräftig.

Dabei hatte alles so gut angefangen: Der Gegner war zwar bemüht, hatte auch mehr vom Spiel, operierte aber fast ausschließlich mit langen Bällen, die in schöner Regelmäßigkeit von der Hansa-Viererkette, allen voran dem starken Eric Vissers, abgefangen wurden. Und als man selbst auch mal versuchte nach vorne zu spielen gelang Orhan Aslan mit einem schönen Schuss aus 16 Metern gleich der Führungstreffer. Dann legte man sofort nach (Aslan mit einem Freistoßtor) und schwups gings mit einem 2:0 im Rücken in die Pause. Alles lief nach Plan.

Auch die zweite Hälfte begann vielversprechend, Hansa kontrollierte jetzt das Geschehen immer mehr und erarbeitete sich gute Chancen. Alles war bereitet für einen souveränen Auftaktsieg. Doch dann warf Hansa das Spiel und die Punkte einfach weg.

Dass Al-Kauthar der Anschlusstreffer gelang, war beinahe noch Pech: Ein Freistoß aus 22 Metern wird quergelegt, der Schütze zieht ab und Asker Karayel fälscht denn Ball so unglücklich ab, dass er unhaltbar im Winkel einschlägt. Sowas kann immer mal passieren, bis hierhin hatte Hansa noch nicht viel falsch gemacht. Statt aber danach weiter souverän seinen Stiefel zu spielen, lud man nun den Gegner zum Torschießen förmlich ein. Und der ließ sich nicht lange bitten: Nur fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer wird aus dem Mittelfeld der Libanesen ein Ball eher planlos nach vorne gebolzt, der Stürmer lässt allerdings Verteidiger Karayel stehen und behält vor Keeper Haberecht die Nerven – 2:2!

Nun wurde es endgültig hektisch, wozu der immer unsicherer werdende Schiedsrichter seinen Teil beitrug. Immerhin versuchte Hansa das Spiel zu retten und reagierte mit wütenden eigenen Angriffen, aber auch Al-Kauthar blieb nun ständig gefährlich. Jetzt war es ein offener Schlagabtausch. Und hätte der Schiedsrichter den Ball in der 80. Minute auch hinter der Linie gesehen, wie es alle Hanseaten in der Nähe taten, dann hätte das Spiel vielleicht doch noch ein positives Ende für Hansa gefunden. So aber kam es zum Schluss knüppeldick, als Al-Kauthar nach einem unnötigen Ballverlust im Spielaufbau sogar das 3:2 erzielen konnte.

Was bleibt? Dass Hansa heute niemals als Verlierer hätte vom Platz gehen dürfen. Und dass man meilenweit davon entfernt ist, wie ein Spitzenteam aufzutreten.

Aufstellung: Haberecht – A. Selk, Borchert, Vissers (65. Karayel), Strzoda – Engel (46. Immler), Akdogan, Wichmann, Büchner – Kökyaprak (70. Meiser), Aslan

Tore: 0:1 Aslan (38., Rechtsschuss, Wichmann), 0:2 Alsan (42., Rechtsschuss, o.V.), 1:2 (67.), 2:2 (73.), 3:2 (86.)

Karten: Akdogan (gelb, Foulspiel), Büchner (gelb, Unsportlichkeit).

Hansa-Spieler des Spiels: Eric Vissers räumte konsequent ab und Orhan Aslan traf doppelt.

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